Suche

Zeit und Ehrenamt – wie das Warum dich antreibt

Ein Hoch auf das Ehrenamt.

Das Ehrenamt gibt uns den Raum, etwas zu bewegen. In deiner Gemeinde, in deinem Bezirk, vielleicht sogar im ganzen Land. Du bist ehrenamtlich tätig. Dann halte jetzt kurz inne und sei stolz auf dich!

Steine aufeinander gestapelt mit Wasser
Bild von Quang Nguyen vinh auf Pixabay

Ja, die Zeit ist knapp

So toll das ehrenamtliche Engagement ist, so knapp ist die Zeit dafür. Das Ehrenamt wird in den Alltag eingeflickt. Einen Abend hier, einen Nachmittag dort. Hast du dich auch schon mal gefragt, warum du dir diesen Stress eigentlich antust?

Warum – Ein Blick hinter die Kulissen

Das entscheidende Wort im letzten Satz ist das Warum. Es zahlt sich aus, dieses Warum zu hinterfragten. Denn das Warum ist der Antrieb für dein Handeln. Das zeigt Simon Sinnek anschaulich mit dem goldenen Kreis - „The Golden Circle“. Simon Sinnek hat sich auf die Fahne geschrieben, andere Menschen zu inspirieren. Das schafft er unter anderem mit diesem Vortrag, der einer der meist gehörten Reden der TED-Reihe ist. Das Schöne daran ist, der Inhalt lässt sich auf so viele Lebenssituationen ummünzen – eben auch auf das Ehrenamt:



Sinnek plädiert, das Warum an erste Stelle zu setzen. Das Warum ändert die Wirkung von dir auf andere Menschen. Du rückst in den Vordergrund, warum du etwas tust und erklärst dann erst, was du tust und wie du es tust. Das Warum hat mit Emotion zu tun und Menschen können Emotionen viel leichter verinnerlichen.

Klarerweise musst du wissen, was dein Warum ist. Sobald du das weißt, hast du die Möglichkeit, Menschen auf der emotionalen Ebene zu erreichen und somit viel stärker für dich, deinen Verein oder deine Tätigkeiten zu gewinnen.

Diagramm von Simon Sinnek: Der goldene Kreis


Hinterfrage dein Warum.

Warum bist du ehrenamtlich aktiv?

Ich kann mir vorstellen, du hast diese Frage für dich im Unterbewusstsein schon beantwortet. Es tut trotzdem gut, das Warum in Worte zu fassen. Vielleicht fällt dir diese Übung für das Ehrenamt sogar leichter. Im Alltag oder bei der Arbeit ist das Warum nicht immer so kristallklar erkennbar. Also, warum bist du ehrenamtlich aktiv?

Es tut gut, nach dem Warum zu fragen, du hinterfragst dadurch deine ehrenamtliche Rolle. Wie so oft schafft das Hinterfragen mehr Bewusstsein sich selbst gegenüber. Du lotest aus, wo du gerade stehst und wie zufrieden du damit bist.

Ich habe verschiedenste Ehrenämter ausgeübt, angefangen mit dem Sternsingen, bis hin zum Bauernjugend-Ausschuss, Musik-Kapelle und Theaterverein. Heute widme ich meine Zeit nur noch einem Verein namens wnet –networking women. Es war eine bewusste Entscheidung, meine Zeit nur diesem einen Verein zu widmen. Ich kann in dieser Rolle persönlich wachsen und gleichzeitig andere Frauen in der Berufswelt stärken. Wie sieht es bei dir aus? Bist du noch zufrieden mit deinem Warum? Wenn nicht, dann lasse diese Gedanken zu.


Straße im Wald mit Sonnenlichtstrahl

Neue Wege gehen?

Nach mehreren Jahren voller Freude im Ehrenamt kann die Anstrengung schleichend Überhand gewinnen. Ein Gefühl der Trägheit macht sich breit. Es macht dir vielleicht eine Weile lang nichts aus. Sei dir aber bewusst, dass es dich mehr Kraft kostet, deine Rolle so auszuüben. Nimm deshalb wechselnde Amtsperioden zum Anlass, um zu bewerten, einen neuen Weg einzuschlagen oder eben nicht.

Sich von einer ehrenamtlichen Aufgabe zu lösen, ist eine Trennung. Sie tut weh. Es fühlt sich an, als würde man sich gegen eine ganze Gemeinschaft stellen. Eine Trennung kann in diesem Fall ein Neuanfang sein. Es gibt zum Glück so viele verschiedene Ehrenämter, sodass du sicher eines findest, das genau in diesem Moment gut zu dir passt. Es ist auch nichts Schlechtes daran. Stell dir vor, wenn du dein Warum nicht mehr hast, dann ist es viel schwerer, Freude zu vermitteln und andere zu begeistern.

Gemeinsam das Warum beantworten

Wenn du nach wie vor mit Freude im Amt bist und sogar eine Führungsrolle hast, dann bringe bei der nächsten Klausur-Sitzung vor, über das Warum zu sprechen. Auch wenn das Warum von Statuten oder anderen Vereinbarungen, Gründungsakten definiert ist. Es tut gut das Warum aller Beteiligten zu hören und damit eine gute Basis der Zusammenarbeit zu schaffen.


Prioritäten setzen

Prioritäten heißt auswählen, was liegen bleiben soll. (Helmar Nahr)